Google Parameter num=100 abgeschafft: Das müssen Sie jetzt wissen
Plötzlich zeigt Ihr SEO-Tool einen Sichtbarkeitsabsturz – und die erste Frage ist: „Hat Google meine Website abgestraft?“ Die gute Nachricht: Nein. Ihre Rankings und Ihr Traffic bleiben stabil.
Der Grund für den Schreckmoment ist eine technische Änderung, die alle SEO-Tools trifft: Google hat den Parameter num=100 abgeschaltet. Bisher konnten Tools damit bis zu 100 Suchergebnisse mit einer einzigen Anfrage abrufen. Jetzt liefert Google nur noch 10 Ergebnisse pro Abruf.
Was das bedeutet, warum Ihre Daten plötzlich anders aussehen und wie Sie jetzt richtig reagieren – das lesen Sie hier.
Die wichtigsten Takeaways
- Google entfernt num=100: Seit Mitte September 2025 liefert Google pro Anfrage nur noch 10 Ergebnisse statt wie bisher 100. Viele SEO-Tools waren betroffen.
- Kein Ranking-Verlust in Realität: Ihre Website verliert keine echten Positionen in Google. Was sich ändert, ist die Datenbasis: SEO-Tools erfassen vorübergehend nur Top-10-Ergebnisse.
- SEO-Tools passen sich an: Anbieter wie XOVI arbeiten an Lösungen, um weiterhin alle Top-100-Rankings auszulesen.
- Darauf sollten Sie jetzt achten: Markieren Sie den 10.09.2025 in Ihren Google-Tools als Referenz. Fokussieren Sie sich auf Top-10-Keywords, echte Klicks & Conversions. Bleiben Sie ruhig – es handelt sich meist um einen Mess-Effekt und nicht um einen echten Absturz Ihrer SEO-Leistung.
Was war der Google Parameter num=100?
Der Parameter num steuerte, wie viele Suchergebnisse Google pro Seite anzeigt.
Standard: 10 Ergebnisse.
Mit &num=100: 100 Ergebnisse auf einen Schlag.
Für Nutzer war das bequem. Für SEO-Tools war es unverzichtbar, weil es ihnen erlaubte, alle relevanten Rankings in einem einzigen Abruf auszulesen.
Seit Mitte September 2025 funktioniert das nicht mehr. Auch wenn der Parameter in der URL steht, zeigt Google nur noch zehn Treffer. Die Umstellung erfolgte ohne Ankündigung seitens Google und erwischte viele Tool-Anbieter unvorbereitet.
Warum hat Google das getan?
Offiziell hat Google keine Begründung veröffentlicht. Wahrscheinlich will man den massenhaften automatisierten Zugriff auf Suchergebnisse erschweren. Durch die Abschaffung von num=100 wird es deutlich aufwändiger, große Datenmengen abzurufen – ein Dämpfer für SEO-Crawler und vielleicht auch für KI-Systeme, die Suchergebnisse abgreifen.
Google reduziert so seine Serverlast und erhöht die Abhängigkeit von eigenen Datenquellen wie der Google Search Console.
Ein zeitlicher Zufall ist die Änderung wohl nicht: Sie erfolgte kurz nach einem wichtigen US-Gerichtsverfahren zu Googles Suchmonopol. Branchenexperten vermuten, dass Google unter dem Druck neuer Konkurrenten wie ChatGPT seine Systeme stärker abschottet.
Was bedeutet das für SEO-Tools und Rankings?
Die Abschaltung des Parameters traf alle SEO-Ranking-Tools mit voller Wucht. Fast alle großen Anbieter – ob XOVI, SISTRIX, Ahrefs, SEMrush – und auch kleinere Tools nutzten dieses Verfahren. Entsprechend chaotisch waren die unmittelbaren Folgen. Viele Tools konnten über Nacht ab Seite 2 keine Ergebnisse mehr auslesen.
Das führte zu:
- lückenhaften Ranking-Übersichten
- sprunghaften Sichtbarkeitsverlusten
- scheinbaren „verlorenen“ Rankings
Wichtig: Ihre echten Google-Platzierungen verändern sich aber nicht – die Tools sehen nur weniger davon. Ihr tatsächlicher Traffic oder Ihre Sichtbarkeit in den Top 10/20 bleibt unverändert.
Wie ist der Stand bei XOVI?
Auch XOVI erfasst aktuell nur die ersten 10 Ergebnisse. Das lässt die Zahl der erfassten Keywords plötzlich zurückgehen und viele Rankings als „verloren“ erscheinen.
Der Anbieter arbeitet an einer Lösung, um die gewohnte Datentiefe wiederherzustellen. Dieser Prozess erfordert jedoch technischen Mehraufwand – schließlich müssen jetzt ggf. 10 separate Abfragen durchgeführt werden, wo früher eine genügte.
Ein ähnliches Bild bei SISTRIX: Direkt nach Googles Umstellung konnten dort nach eigenen Angaben tägliche Sichtbarkeitswerte nicht wie gewohnt veröffentlicht werden. Inzwischen hat Sistrix reagiert und sein Monitoring angepasst. Andere Tools meldeten ebenfalls Schwierigkeiten.
Auswirkungen in der Praxis
Für Sie als Nutzer zeigt sich das vor allem in den Report-Daten:
- Die Zahl der Keywords, für die Rankings gemeldet werden, sinkt plötzlich. Keywords jenseits von Platz 10 tauchen teils nicht mehr im Tool auf.
- Sichtbarkeitsindizes (wie der OVI von XOVI) verzeichnen sprunghafte Rückgänge, obwohl Websites nicht schlechter geworden sind.
- In der Google Search Console könnten Sie einen Rückgang der Impressionen bemerken. Allerdings liegt das nicht an einem echten Sichtbarkeitsverlust, sondern daran, dass viele Tool-Crawls als scheinbare Impressionen wegfallen. (Wenn SEO-Tools früher automatisiert nach Ihren Rankings suchten, zählten diese Abrufe unter Umständen als Impression, obwohl kein echter Nutzer dahintersteckte. Diese „Fake-Impressionen“ sind nun raus – die GSC-Daten werden dadurch sogar realistischer.)
Ihre Top-10-Rankings bleiben stabil – also genau die Keywords, die für Anfragen und Umsatz entscheidend sind.
Wie stark die num=100-Änderung wirken kann – zwei Fallbeispiele
Die Deaktivierung von num=100 betrifft jede Website anders. Entscheidend ist, wie viel Keyword-Breite eine Website besitzt. Je mehr Rankings auf Seite 2–10, desto größer der sichtbare Einbruch – unabhängig davon, wie gut der Content ist oder wie viel optimiert wurde.
Die folgenden anonymisierten Beispiele zeigen das deutlich:
Beispiel A: Weniger Rankings, daher ein milder Effekt
Vor dem Update rankte diese Website für 154 Keywords, davon 14 in den Top 10.
Nach der Änderung erfasst das Tool nur noch 85 Keywords, davon 11 in den Top 10. Der OVI fällt von 0,14 auf 0,00.
Was passiert hier?
- Diese Seite hatte insgesamt eine schlankere Keyword-Basis.
- Ein großer Teil der Rankings lag zwar ebenfalls ab Seite 2, aber in deutlich kleinerer Menge als bei Beispiel B.
- Wenn Tools aktuell nur die ersten 10 Ergebnisse sicher erfassen, verschwinden vor allem Rankings jenseits der Top 10 aus der Messung – in diesem Fall also rund 70 Stück.
- Dadurch sinkt der OVI sichtbar – aber das Ausmaß bleibt begrenzt, weil die Seite von Natur aus weniger „breite“ Rankings hatte.
Kurz gesagt: weniger Rankings insgesamt → weniger Rankings ab Seite 2 → weniger Datenverlust → weniger Absturz in der Kurve.
Beispiel B: Große Keyword-Breite, starker Effekt
Vor dem Update rankte diese Website für 272 Keywords, davon 19 in den Top 10.
Jetzt werden nur noch 128 Keywords erfasst, davon 11 in den Top 10. Auch hier fällt der OVI von 0,14 auf 0,00.
Und hier zeigt sich die Wucht der num=100-Deaktivierung:
- Diese Website hat deutlich mehr Rankings insgesamt (über 100 mehr als Beispiel A).
- Ein großer Anteil lag im Bereich Platz 11–50 – also genau dort, wo Tools aktuell nicht zuverlässig messen.
- Wenn die Messung ab Seite 2 wegfällt, verschwinden also mehr als 140 Rankings aus der Datenbasis.
- Der OVI bricht deshalb deutlich stärker ein – ohne dass Google tatsächlich Rankings entzogen hätte.
Kurz gesagt: mehr Rankings insgesamt → mehr Rankings ab Seite 2 → viele verschwinden aus der Messung → großer Einbruch in der Sichtbarkeit.
Google Search Console bestätigt den Effekt
Deutlich sichtbar wird der num=100-Effekt auch in der Google Search Console.
Im Beispiel B halbieren sich nicht nur die erfassten Rankings im Tool – auch die Impressionen brechen in der GSC von zuvor rund 233.000 auf 130.000 ein.
Auf den ersten Blick wirkt das wie ein massiver Sichtbarkeitsverlust. Doch der Verlauf zeigt klar: Die Top-10-Rankings bleiben stabil, die Klicks verändern sich kaum, und es gibt keine typischen Muster eines echten Google-Updates.
Was hier wegfällt, sind die vielen künstlichen Impressionen, die zuvor durch Tool-Crawls entstanden sind – also automatisierte Abfragen, die Google früher als Impression gezählt hat. Mit der Deaktivierung von num=100 verschwinden genau diese Messsignale. Die GSC-Daten wirken dadurch plötzlich „schmaler“, sind aber eigentlich realistischer als zuvor.
Entscheidend bleibt: Solange sich Klicks, CTR und Positionen nicht verschlechtern, handelt es sich auch hier um einen reinen Mess-Effekt, nicht um einen Ranking-Verlust.
Ist mein Website-Traffic jetzt durch num=100 betroffen?
Viele Leser fragen sich nun: „Verliere ich durch diese Änderung Besucher auf meiner Website?“ Die klare Antwort lautet Nein. Google zeigt Nutzern nach wie vor alle Suchergebnisse an – Seite für Seite. Ihr Ranking auf Seite 2 oder 3 wurde nicht aus dem Index gelöscht, lediglich SEO-Tools haben es ggf. vorübergehend nicht erfasst.
Ihr echter Traffic bleibt unverändert, solange Ihre Positionen gleich bleiben.
Was allerdings passieren kann: In der GSC oder in Ihren Tools sehen Sie weniger Impressionen, weil automatisierte Abfragen wegfallen. Das ist aber kein Besucherrückgang, sondern bereinigt nur die Statistik. Die meisten Klicks erhalten Sie ohnehin aus den Top 10. Und dort hat sich nichts geändert.
Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Auch wenn kein Grund zur Panik besteht, sollten Sie die Situation aktiv managen. Folgende Schritte helfen Ihnen, klaren Kopf zu bewahren und die richtigen Schlüsse zu ziehen:
- GSC-Daten markieren: Setzen Sie am 10.09.2025 eine Annotation in der Google Search Console. So sehen Sie später auf einen Blick, warum Impressionen und Rankings ab diesem Zeitpunkt anders aussehen.
- Top-10-Keywords prüfen: Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Begriffe, die auf Seite 1 stehen. Diese bringen den meisten Traffic – und werden weiterhin zuverlässig erfasst.
- Echte KPIs bewerten: Schauen Sie verstärkt auf Klicks, Conversions und organischen Traffic. Diese Werte zeigen Ihnen, ob Ihre Website wirklich performt – unabhängig davon, wie der Sichtbarkeitsindex aussieht.
- GSC als Hauptquelle nutzen: Die Search Console zeigt die tatsächlichen Nutzerinteraktionen. Da Tool-Impressionen wegfallen, sind die Daten jetzt sogar realistischer als zuvor.
- Tool-Updates im Blick behalten: Viele Anbieter arbeiten bereits an neuen Lösungen, um wieder alle Top-100-Rankings auszulesen. Bis dahin gilt: Daten mit Vorsicht interpretieren.
- Bei Unsicherheit Experten einbeziehen: Ein SEO-Audit hilft, Messfehler von echten Problemen zu unterscheiden – vor allem, wenn Sichtbarkeit und Rankings widersprüchlich wirken.
Zusammengefasst: Die Tools werden sich anpassen – Sie können Ihre Rankings auch weiterhin verfolgen. Nutzen Sie bis dahin eine Kombination aus GSC und fokussiertem Monitoring Ihrer wichtigsten Keywords. Die aktuellen Einschränkungen sind ärgerlich, aber nur vorübergehend.
Ausblick: Es geht um mehr als Position #1
Die Abschaffung von num=100 ist nur eine von vielen aktuellen Änderungen in der Suchwelt. Künstliche Intelligenz und verändertes Nutzerverhalten stellen SEO vor neue Herausforderungen.
Schon Anfang 2024 führten laut einer SparkToro-Studie nur noch rund 36 % der Google-Suchen zu einem Klick – der Großteil der Anfragen endete ohne Webseitenbesuch (sogenannte Zero-Click-Suchen). Nutzer bekommen immer häufiger direkte Antworten auf Google präsentiert. Mit Googles neuer KI-gestützter Suche (Search Generative Experience, SGE) werden klassische Ergebnisse teils zu 80 % von der ersten Seite verdrängt.
Für Webseitenbetreiber heißt das: Der Fokus verlagert sich noch stärker auf qualitativen Traffic. Es geht nicht mehr nur darum, Position #1 zu erreichen, sondern auch darum, in Featured Snippets, KI-Antworten oder lokalen Ergebnissen präsent zu sein. SEO befindet sich im Wandel, in dem Inhalte so aufbereitet sein müssen, dass auch KI-Assistenten sie als Antwort nutzen können.
Halten Sie daher die Augen offen: Veränderungen wie der num=100-Wegfall erinnern uns daran, flexibel zu bleiben und unseren SEO-Fokus ständig anzupassen.
Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung bei der Einordnung Ihrer SEO-Daten brauchen, kontaktieren Sie uns gern – gemeinsam machen wir Ihr Unternehmen fit für die Zukunft der Suche!
Müssen auch Sie Ihren SEO-Fokus anpassen?
Halten Sie die Augen offen: Veränderungen wie der num=100-Wegfall erinnern uns daran, flexibel zu bleiben und unseren SEO-Fokus ständig anzupassen.
Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung bei der Einordnung Ihrer SEO-Daten brauchen, kontaktieren Sie uns gern – gemeinsam machen wir Ihr Unternehmen fit für die Zukunft der Suche!
Fragen zum Google-Parameter num=100
Dieser URL-Parameter konnte bisher genutzt werden, um 100 Suchergebnisse auf einer Seite anzuzeigen, anstatt nur 10. Beispiel: https://www.google.de/search?q=Keyword&num=100. Für normale Nutzer war das bequem, um mehr Ergebnisse auf einmal zu sehen. SEO-Tools nutzten num=100, um effizient alle Top-100-Rankings einer Suchanfrage in einem Rutsch auszulesen.
Google hat sich dazu nicht offiziell geäußert. Vermutlich möchte man automatisierte Massenabfragen erschweren und die Serverlast senken. Fast alle Ranking-Tools haben diesen Parameter genutzt – indem Google ihn abschafft, wird es für solche Tools aufwendiger, Daten zu sammeln. Gleichzeitig stärkt Google die Position eigener Dienste wie der Search Console. Eine weitere Theorie: Google will verhindern, dass KI-Systeme (z. B. ChatGPT) billig große Mengen Suchergebnisse abgreifen und für ihre Zwecke verwenden. Kurz gesagt: Es geht um Kontrolle über die Daten und die Nutzungsbedingungen der Suche.
Nein. Ihre Rankings bei Google selbst bleiben unverändert, sofern Sie keine anderen SEO-Probleme haben. Die Änderung betrifft nur die Datenerfassung durch externe Tools. Wenn Ihr SEO-Tool jetzt weniger Keywords oder Sichtbarkeit ausweist, heißt das nicht automatisch, dass Sie bei Google schlechter ranken. Schauen Sie zur Sicherheit direkt in der Google-Suche oder in der Search Console nach Ihren wichtigsten Keywords: Solange Sie dort die gewohnten Positionen sehen, ist alles in Ordnung. Ihr echter Traffic bleibt unbeeinflusst – es sei denn, es liegen andere Gründe für Traffic-Veränderungen vor.
Einige SEOs haben nach dem 13./14. September einen Rückgang der Impressionen in der GSC bemerkt. Das liegt daran, dass viele Tool-Crawler wegfallen, die früher Ergebnisse bis Seite 10 automatisch abgerufen haben. Jede solche Abfrage konnte als Impression für Ihre Seite zählen, selbst wenn kein echter Nutzer sie gesehen hat. Jetzt, ohne diese automatisierten Abfragen, sinkt die Anzahl der Impressionen – aber diese Daten sind dadurch genauer. Ihre Website wird nicht wirklich seltener angezeigt; vielmehr werden nun nur noch echte Nutzer-Impressionen gezählt. Die GSC ist damit aktuell die verlässlichste Quelle für Ihre realen Suchanfragen.
SEO-Tools hatten kurzfristig Schwierigkeiten, alle Rankings vollständig zu erfassen, sind aber nicht „kaputt“. Die meisten Anbieter haben bereits Updates ausgerollt oder in Arbeit. Sistrix z. B. kann eigenen Angaben zufolge weiterhin alle Top-100-Positionen ermitteln, auch wenn dafür mehr Aufwand nötig ist. XOVI passt sein Crawling ebenfalls an, um bald wieder tiefere Ergebnisse zu liefern. In der Übergangszeit können Sie Folgendes tun, um den Überblick zu behalten:
- Fokussieren Sie auf Top-10-Rankings: Diese sind am wichtigsten und werden von allen Tools korrekt abgedeckt.
- Nutzen Sie die Search Console: Hier sehen Sie direkt von Google, wie Sie ranken, inklusive Ergebnisse jenseits der Seite 1.
- Manuelle Checks & Analytics: Prüfen Sie gelegentlich manuell kritische Suchanfragen und beobachten Sie Ihren organischen Traffic in Google Analytics. Falls trotz stabiler Top-Positionen die Klickzahlen stimmen, ist alles im grünen Bereich.
* Dieser Beitrag ist ein Teamwork aus Mensch und Maschine – einige Textinhalte und Bilder wurden mit KI-Unterstützung erstellt oder überarbeitet.